Kündigungsfristen

Gibt es betriebs-, personen- oder verhaltensbedingte Gründe für eine Kündigung, handelt es sich um einen Betrieb mit mehr als zehn (vollen) Stellen und Ausnahmeregelungen greifen nicht, ist eine ordentliche Kündigung, bei der das Arbeitsverhältnis erst nach Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist endet, durch den Arbeitgeber zulässig. Die Kündigungsfrist hängt dabei davon ab, wie lange die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer bereits in dem Unternehmen tätig ist, und kann nicht einzelvertraglich verkürzt werden. Außerdem gilt diese Regelung für alle Arten von Arbeitsverhältnissen, auch Teilzeit-, 450 Euro-Jobs und Ausbildungen.

  • Probezeit bis zu 6 Monaten = 2 Wochen

  • bis 2 Jahre = 4 Wochen zum 15. oder Ende des Monats

  • ab 2 Jahren Beschäftigungsdauer = 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats

  • ab 5 Jahren Beschäftigungsdauer = 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats

  • ab 8 Jahren Beschäftigungsdauer = 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats

  • ab 10 Jahren Beschäftigungsdauer = 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats

  • ab 12 Jahren Beschäftigungsdauer = 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats

  • ab 15 Jahren Beschäftigungsdauer = 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats

  • ab 20 Jahren Beschäftigungsdauer = 7 Monate zum Ende eines Kalendermonats

In Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten kann eine kürzere Kündigungsfrist festgelegt werden, die aber nicht kürzer als vier Wochen sein darf. Nur bei vorübergehend eingestellten Aushilfen, die weniger als drei Monate in dem Unternehmen arbeiten, kann sogar eine sofortige Kündigung vertraglich festgeschrieben werden.

Fristlose Kündigungen sind nur als letzte Option zulässig. In der Regel muss vorher bereits eine Ermahnung oder Abmahnung ausgesprochen und andere Abhilfen als unzumutbar abgetan worden sein. Gründe für fristlose Kündigung können Diebstahl, Beleidigungen, sexuelle Belästigung, Rufschädigung und Betriebsspionage sein.

Eine Kündigung ist zudem nur gültig, wenn sie schriftlich in Papierform und handschriftlich unterschrieben vorliegt. Mündliche oder per Fax und E-Mail zugestellte Kündigungen sind unwirksam.

Für Arbeitnehmer gelten andere Kündigungsfristen, als für Arbeitgeber.