Selber kündigen

Für die Eigenkündigung durch den Arbeitnehmer kann es verschiedene Gründe geben. Sei es, um einer Entlassung durch den Arbeitgeber zuvorzukommen, die eigene berufliche Situation zu verbessern oder aus persönlichen Gründen.

Eine Kündigung muss schriftlich in Papierform und handschriftlich unterschrieben vorliegen, das Datum, die Anschrift des Kündigenden und des Arbeitgebers enthalten und sollte gegen Quittung abgegeben werden, sodass eine fristgerechte Zustellung nachgewiesen werden kann. Bei einer fristlosen Kündigung muss zudem ein Grund angegeben werden. Eine Kündigung ist endgültig, ein „Rücktritt vom Rücktritt“ ist nicht möglich.

Wurde keine abweichende Frist vertraglich vereinbart, sind Arbeitnehmer an die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende gebunden, es sei denn, sie befinden sich noch in der Probezeit von bis zu sechs Monaten, oder sie sind in Kleinbetrieben mit nicht mehr als 20 Arbeitnehmern oder als Aushilfe tätig. Die Kündigung ist als unterschriebene Urkunde rechtswirksam, aber das Arbeitsverhältnis endet erst zum Ende der gesetzlichen (oder vertraglichen) Kündigungsfrist. Ein Nichterscheinen vor Ablauf dieser Frist ist somit eine Vertragsverletzung.

Möchte der Arbeitnehmer vor Ablauf von Fristen aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden, kann ein Aufhebungsvertrag mit dem Arbeitgeber angestrebt werden. Befristete Arbeitsverhältnisse können nicht ordentlich gekündigt werden, sondern nur durch einen Aufhebungsvertrag oder durch außerordentliche Kündigung.

Fristlose Eigenkündigung

Eine fristlose Kündigung ist für Arbeitnehmer aber nur möglich, wenn der Arbeitgeber längere Zeit den Lohn nicht ausgezahlt hat oder seine Angestellten zu illegalen Tätigkeiten auffordert. Arbeitnehmer müssen Ihren Arbeitgeber in der Regel ebenfalls zuerst abmahnen.

Auch eine Kündigung vor Arbeitsantritt ist möglich, wenn zum Beispiel ein anderer Job oder ein besseres Angebot angenommen werden soll. In diesem Fall gilt die Kündigungsfrist ab dem Zugang der Kündigung und nicht erst ab dem vertraglich vereinbarten Arbeitsbeginn

Besteht keine Probezeit und ist im Vertrag keine Kündigungsfrist vorgesehen, gilt die gesetzliche Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende des Monats.

Kündigung vor Arbeitsantritt

Endet die Frist nicht vor Dienstbeginn, kann ein Aufhebungsvertrag in Frage kommen, um die alternative Stelle rechtzeitig antreten zu können. Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nutzen jedoch eine Klausel im Arbeitsvertrag, die eine Kündigung vor Arbeitsbeginn ausschließt, um Unsicherheiten zu vermeiden. Außerdem erheben sie häufig unverhältnismäßig hohe Schadensersatzforderungen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Druck zu setzen. Ein halbes oder ganzes Bruttogehalt kann unter Umständen jedoch für angemessen bewertet werden.

Will Ihr Arbeitgeber Ihre Kündigungsgründe nicht hinnehmen oder setzt Sie unter Druck, sollte ein professioneller Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung verhandelt werden, damit Ihre Karriere nicht ausgebremst wird.